Meine geliebte Schwester, die Architektur und Design studiert, hat mich zu diesem Freeflow Blogartikel inspiriert.

„Wie kann ein Architekturmodell zum Thema Integration verkörpert werden?“ ist eins ihrer Projekte.

Mein Brainstorming dazu:
Gesellschaftliche Integration ist längst out!
Zuerst weiß ich als Mutter, dass das Wort Integration out ist und stattdessen Inklusion gefragt ist.

Integration möchte andersartige / von außen kommende in das bestehende (Mehrheits)System einfügen und anpassen. Der/die Integrierte ist zufrieden, eingeordnet und Mitglied, erzeugt als Bürger keinen abnormalen Stress und trägt positiv zu einer lebendigen Gesellschaft bei.

Inklusion bewertet nicht nach Mehr-/Minderheiten, achtet die Vielfalt und schafft flexible Rahmenbedingungen damit jeder seinen Platz einnehmen kann, auch wenn Kinder im Kindergarten z.B. „Differently Abled“ sind, haben sie ihren Platz in einer normalen Gruppe.

Um etwas Schattiges zu integrieren muss es erst mal beleuchtet werden!

Ganz nach dem Tetris-Prinzip: wie sieht das Thema genau aus und wo darf es in mir seinen Platz einnehmen? Wird das Objekt beleuchtet, bewertet und ungeachtet leiner lebendigen Beweglichkeit, platziert.

Unreflektierter Neid erzeugt das Integrations-Bedürfnis

Eine Integration notwendig machende Kultur ist von Neid und Angst getrieben.
Angst (vor Veränderungen) ist verständlich aber Neid?
Neid ist nichts anderes als die inneren Verletzungen / Bedürfnisse nicht anschauen zu wollen und dafür im Außen den Spiegel zu erhalten.
Wir sehen z.B. jemanden, der dazugehören möchte und erlauben ihm/ ihr das nicht weil wir nicht verstehen warum er/sie/es so schlecht erzogen ist / einen komischen Geschmack hat / sich „unmenschlich“ und damit bedrohlich verhält, / – so wild, so laut, so anders ist…
Alles Merkmale die als unangenehm und nervig empfunden werden (ich wurde anders erzogen und bestraft wenn ich nicht brav war).

Vorschreiben mit wem mein Kind befreundet sein darf?

Im Kindergarten war mein Kind mal mit so einem krass andersartigen Kind befreundet… ich hätte nie gedacht, dass ich mein Kind von diesem anderen Kind fern halten wollte, es war mir einfach zu laut, zu frech, zu gewalttätig (schubsen, beissen,…) zu ungehobelt,…. Ich kam durcheinander und bat eine Erzieherin um Rat. Sie ermutigte mich die Freundschaft sein zu lassen und das andere Kind einzuladen in unsere Familie, damit es die Chance bekommt etwas anderes zu erleben und neue Entscheidungsgrundlagen für sich selbst entwickeln kann.

Mit dieser Beratung konnte ich Liebe und Mut empfinden und wieder Mutter sein. Als ich in die vertrauende Haltung ging, war diese Freundschaft nicht mehr bedrohlich, sie wurde wertvoll.

Nachtrag – Pippi-Langstrumpf
Wie begeistert habe ich als Kind die Pippi-Langstrumpf-Folgen geschaut…. Wie besonders und selbstverständlich habe ich sie empfunden obwohl sie definitiv anders war als alle anderen realen Kinder in meiner Kindheit. Ich selbst wäre lieber Annika gewesen und hätte mit Pippi gerne wunderbare Abenteuer erlebt.
Heute als Erwachsene, wenn ich mitschaue während meine Kinder Pippi Langstrumpf geniessen, ertappe ich mich dabei wie ich so manches Pippi-Verhalten als stressig, derb und anstrengend empfinde.
Vielleicht ist Pippi Langstrumpf ein excellentes Beispiel dafür, wie ein und die selbe Figur mit offenem Herzen (sei wild, frech und wunderbar) und aus typisch erwachsener Sicht: sei (lieb, leise, langsam) empfunden werden kann. Es schmerzt gerade das zu schreiben weil mir bewusst geworden ist, dass ich meinen Kindern viel mehr unsere L-Regel mitteile (Lieb, Leise, Langsam).
Das wird geändert hahahah!


Wenn Integration überflüssig wird

Je mehr wir unsere einzigartigen Kulturen, Wurzeln und Begabungen wertschätzen und unsere Gemeinsamkeiten betonen, desto mehr wird Integration überflüssig und entsteht Kompassion (Verbundenheit und Mitgefühl).

Fazit

Integration hat Ecken und Kanten, erfordert:
Beleuchtung, Bewertung, Handlung, Verschiebung, Anpassung, Aktion, geordnete Verhältnisse
Inklusion hat keine feste geometrische Form für mich und fördert:
Begegnung auf Augenhöhe, die einladende Wertschätzende Haltung & Verbundenheit, Raum für Entfaltung und Entwicklung

Ich habe keine Freude daran mir ein „Integrationsgebäude“ vorzustellen oder zu entwerfen.
Bevor ich dieses Gebäude betrete müsste ich klären wer ich bin.
Wenn ich mich dann als Schöpfergöttin anmelde darf ich dann vielleicht nicht rein, weil der Platz schon belegt ist.
Vielleicht doch, dann wirds lust-ig.

Fortsetzung folgt

Bin sehr, sehr gespannt wie meine Schwester dieses Projekt umsetzt und werde berichten.

Liebe Grüße,
Suzan
Schöpfergöttin in Ausbildung

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